Ortsvereinssitzung im Unverpackt-Laden

Am 28. Mai 2026 besuchten wir die Genossenschaft natürlich unverpackt in Werdau und hielten dort unsere Ortsvereinssitzung ab. Unübersehbar wertet der Laden den Platz an der Annoncenuhr auf und stellt eine Bereicherung für die neu gestaltete August-Bebel-Straße dar.

Die Genossenschaft bietet überwiegend natürliche Produkte an. Zehn regionale Erzeuger beliefern das Geschäft unter anderem mit Obst, Gemüse, Molkereiprodukten und Brot, darunter der Kleinbauer  Wolfgang Hempel aus Neumühle, der Landwirtschaftsbetrieb Sandra und Martin Häberer aus Niedercrinitz, Steffis Hofladen aus Härtensdorf im Mülsengrund und die Tofu-Bar aus Chemnitz. Erklärtermaßen will man einen Beitrag zur Reduzierung von Plastikmüll leisten und verzichtet auf die Verwendung von Einwegverpackungen in der gesamten Lieferkette vom Produzenten bis zum Endverbraucher. 
 
Wir informierten uns über die Bedingungen, unter denen die Produkte hergestellt und vermarktet werden und stellten fest, dass sich derartige Angebote hier und andernorts nur mit sehr viel Idealismus und hohem persönlichen Engagement aufrechterhalten lassen. Denn die derzeit 136  Unverpackt-Läden in Deutschland werben um die Kunden, die auch in den Supermärkten einkaufen. Letztere setzen auf hohe Umsätze und werden von großen Agrarbetrieben beliefert. Dadurch entstehen andere Kostenstrukturen als in einem Unverpackt-Laden. 
 
Die höheren Kosten lassen sich jedoch nur teilweise auf die angebotenen Produkte umlegen. Das führt dazu, dass die beteiligten Betriebe den Mitarbeitenden keine Mindestlöhne zahlen können und deshalb nur wenige sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben. In den Unternehmen arbeiten überwiegend die Inhaber, die aus ihrem familiären Umfeld und von geringfügig Beschäftigten unterstützt werden. 
 
Das hat entsprechende Auswirkungen auf die soziale Absicherung bei Krankheit, im Alter oder dann, wenn ein Betrieb aufgegeben werden muss. Wir Sozialdemokraten müssen uns die Frage stellen, welche politischen Weichenstellungen notwendig sind, um die Betriebe, Ihre Inhaber und ihre Beschäftigten besser zu stellen.
 
Vor diesem Hintergrund diskutierten wir den Neubau des Aldi-Marktes in der Uferstraße und die Neueröffnung einer Norma-Filiale in der Plauenschen Straße, die beide im vergangenen Jahr erfolgten. Die zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen sind zwar positiv zu bewerten. Die Ansiedlung der Großmärkte läuft jedoch den Bestrebungen zur Förderung des kleinteiligen innerstädtischen Handels entgegen, der durch die aufwändige Sanierung der August-Bebel-Straße gestützt werden soll.
 
Selbiges gilt für den Stadtratsbeschluss vom 13. Mai 2025, in dem einem Antrag auf Vorbescheid für den Neubau eines Hähnchenmaststalls für 29.990 Tierplätze in Königswalde mit 7 Ja- und 2 Nein-Stimmen zugestimmt wurde. Die Befürworter argumentieren, dass die Anlage ohnehin errichtet werden wird, wenn nicht hier dann eben an anderer Stelle. So kämen wenigstens die Gewerbesteuereinnahmen nach Werdau.
 
Hier darf man sich fragen, ob diejenigen, die dem Bau der Mastanlage zustimmen, auch so argumentierten, wenn es um die Errichtung eines Windrades gegangen wäre oder ob Sie dann unter Hinweis auf den Naturschutz und Wertverluste nahe gelegener Grundstücke das Projekt ablehnten.
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